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Politik muss Mobilitätswende stärker forcieren

3.05.2022

Die Politik muss sich wesentlich stärker als bisher für die Mobilitätswende einsetzen. Das fordern die Teilnehmer des ersten gemeinsamen Networking vom Travel Industry Club und der Mobilitätsplattform Mobility Allstars in Köln. Die Erfahrungen von Prof. Dr. Andreas Knie, Politikwissenschaftler am Wissenschaftszentrum für Sozialforschung (WBZ) und Hochschullehrer an der Technischen Universität (TU) Berlin, Dr. Olga Nevska, CEO Telekom Mobility Solutions, Mirko Behnert, Managing Director billiger-mietwagen, Mareen Sprickmann, Leiterin Produktentwicklung Rheinbahn AG, und Christoph Werneke, Vorstand von Mobility Allstars e.V. mit der „Intermodale Mobilität im Ballungsraum“, so das Thema des Networking-Events, sind alles andere als positiv.

Intermodale Angebote – also die Möglichkeit, bequem und einfach verschiedene Verkehrsmittel für eine Wegstrecke zu nutzen – sind noch nicht umfassend vorhanden. Sie werden dringend benötigt, sollten aber nicht nur digital, sondern auch physisch als Mobility Hubs vernetzt sein. Eine besondere Herausforderung liegt in der digitalen Kundenschnittstelle: Oft scheitern Kooperationen an der Furcht der Beteiligten, Kunden zu verlieren. Hier könnte beispielsweise das Personenbeförderungsgesetz für bessere Rahmenbedingungen sorgen, fordert die Networking-Diskussionsrunde. Ein Hoffnungsschimmer liegt beim ÖPNV: Unternehmen wie die Rheinbahn AG mit ihrer Plattform redy sind gegenüber intermodalen Angeboten zunehmend aufgeschlossen.

Aber der ÖPNV ist immer noch nicht ausreichend kundenorientiert. Nutzer klagen über mangelnde Zuverlässigkeit, und die Anbindung des ländlichen Raums ist unzureichend. Das Auto ist immer noch Statussymbol, die Alternativen zum motorisierten Individualverkehr

(MIV) müssen nicht nur durch den Ausbau des Radwegenetzes verbessert werden. Der Politik schreiben Travel Industry Club und Mobility Allstars ins Stammbuch, dass Bruttoverträge beim ÖPNV, also die Finanzierung unabhängig von der Zahl der Fahrgäste, nicht mehr zeitgemäß sind: Sie erschweren kundenzentrierte Angebote oder verhindern sie gar. Zudem sollte die Politik die Mobilitätswende zum Beispiel durch eine Flexibilisierung des Personenbeförderungsgesetzes und Maßnahmen wie die Einführung von Tempo 130 wesentlich konsequenter verfolgen.

Auch Unternehmen, so ein weiteres Fazit des Networking, können in puncto Mitarbeitermobilität einen wesentlichen Beitrag zur Mobilitätswende beitragen. So bietet z.B. die Telekom Mobility Solutions zahlreiche Alternativen zum Dienstwagen an. Ein Mobilitätsbudget bietet darüber hinaus maximale Flexibilität beim Einsatz des Budgets, welches bislang nur für einen Dienstwagen eingesetzt werden konnte. Ein weiterer diskutierter Aspekt ist die Vermeidung von Mobilitätsanlässen – z.B. durch den Wegfall physischer Treffen durch zunehmende Digitalisierung. Und grundsätzlich gilt: Jeder ist ein Stückweit auch selbst für die Mobilitätswende verantwortlich.

Über den Travel Industry Club

Der 2005 gegründete Travel Industry Club TIC ist der Wirtschaftsclub der Geschäfts- und Privatreiseindustrie, im dem sich Macher, Beweger und Nachwuchsführungskräfte treffen. Es werden komplexe Zukunftsthemen erörtert und Ideen entwickelt – und das auch mit dem Blick über den touristischen Tellerrand hinaus. Mit seiner Arbeit rückt der TIC auch die wirtschaftliche Bedeutung der Reiseindustrie stärker ins Licht der Öffentlichkeit. Er bringt mit dem Young TIC den Nachwuchs mit den führenden Akteuren der Branche zusammen. Rund 550 Mitglieder profitieren von Veranstaltungen verschiedener Formate sowie von touristischer Trendforschung und haben die Möglichkeit Teil des Think Tank der Reiseindustrie zu werden. Das 9-köpfige Präsidium – bestehend aus Unternehmenslenkern, Beratern und Professoren – arbeitet ehrenamtlich im Sinne der Tourismus-Förderung.

Über Mobility Allstars

Der gemeinnützige Verein Mobility Allstars tritt dafür ein, die D-A-CH-Region zum Vorreiter für smarte, kombinierte und lebenswerte Mobilität zu machen. So werden Lebensqualität und Standortattraktivität gesteigert. Mobility Allstars bietet Mobilitätsgestalter*innen eine Plattform, damit sie Gehör finden und voneinander profitieren können. Unterstützung finden wichtige Projekte zur Gestaltung der Mobilitätswende, auf welche Mobility Allstars auch in der Öffentlichkeit aufmerksam macht. Dabei sucht der Verein einen engen Schulterschluss zwischen Praxis, Politik und Wissenschaft bzw. Forschung.

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